Licht im Winter: Welche Fahrzeugbeleuchtung für welchen Zweck?
Außerhalb der kalten Jahreszeit müssen sich Autofahrer wenig Gedanken über die Beleuchtung machen: Nachts kommt einfach das normale Licht zum Einsatz, tagsüber bleiben die Birnen in der Regel aus. Im Winter sieht die Sache anders aus – mit schlechter Witterung müssen Fahrer oft rund um die Uhr die richtige Fahrzeugbeleuchtung nutzen.
Dabei muss die Technik nicht nur einwandfrei funktionieren: Erst richtig eingesetzt entfaltet sie den vollen Nutzen – ein Ratgeber.
Abblendlicht und Fernlicht
Bisher ist in Deutschland niemand verpflichtet, auch tagsüber mit Licht zu fahren. Andere Länder sind da strenger: In Italien, Dänemark, Tschechien und Polen herrscht zu jeder Tages- und Jahreszeit Lichtpflicht. In Bulgarien und Kroatien müssen Autofahrer immerhin im Herbst und Winter rund um die Uhr ihr Licht einschalten.
Gerade bei den schlechten Sichtverhältnissen im Herbst und Winter sollten Fahrer allerdings auch hierzulande darüber nachdenken, untertags die Beleuchtung einzuschalten. Optimal ist hier ein Tagfahrlicht; wessen Auto damit nicht ausgestattet ist, schaltet einfach das normale Abblendlicht ein – sicher ist sicher.
Rund ums Jahr bietet Fernlicht zusätzliche Sicht für Nachtfahrten auf der Landstraße. Sofern niemand geblendet wird, vergrößert es deutlich den Sichtbereich und erhöht so die Fahrsicherheit. In der dunklen Jahreszeit schadet das Fernlicht jedoch oft mehr als es nützt: Bei starkem Nebel und Schnee wird der Strahl schnell von außen reflektiert und blendet schlimmstenfalls den Fahrer.
Der Nebel des Grauens
Gerade im winterlichen Mistwetter sind Nebelscheinwerfer der Freund eines jeden Autofahrers (mit entsprechend ausgestattetem Gefährt). Zwar bezieht sich der Name dieser Beleuchtung auf ihren primären Einsatzbereich, allerdings dürfen die gelben Nebelscheinwerfer ganz allgemein bei schlechten Sichtverhältnissen benutzt werden. Bei Schnee und Regen bieten die Leuchten in Kombination mit dem Abblendlicht in der Regel besseren Durchblick.
Zwar nützlich, aber (falsch eingesetzt) für die anderen Verkehrsteilnehmer oft hinderlich, ist die Nebelschlussleuchte. Ihr strahlend rotes Licht dient zur Warnung der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer bei starkem Nebel mit Sichtweiten von unter 50 Metern. Die Gefahr: Sind die Sichtverhältnisse besser, kann das Nebelschlusslicht andere Autofahrer schnell blenden. Daher droht bei unnötigem Einsatz der Beleuchtung ein Bußgeld von bis zu 25 Euro.
Beachtet ein Autofahrer diese Regeln, trägt er gerade im Winter aktiv zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Auch bei einem Unfall ist die korrekte Benutzung der Fahrzeugbeleuchtung ratsam – bei Fehlverhalten könnte die Autoversicherung eine Schadenersatzzahlung verweigern.
