Wichtige Neuerung für Reifenkäufer: Bald kommt das Öko-Etikett
Deutsche Verbraucher mussten sich beim Thema Bereifung in letzter Zeit an etliche Neuerungen gewöhnen: Erst kam die allgemeine Winterreifenpflicht (ein Muss für den Teilkaskoschutz der Autoversicherung), kurz darauf wurden schon Änderungen bei der Mindestprofiltiefe angekündigt. Nun soll es bei Ihren Reifen um die Umwelt gehen.
Allerdings geht die aktuelle Reform gar nicht auf die Bundesregierung zurück (wie bei der neuen Straßenverkehrs-Ordnung), sondern auf die EU: 2012 tritt eine neue Verordnung der Europäischen Union in Kraft, mittels der Reifenhersteller in die Pflicht genommen werden, ihre Kunden besser über die Umweltverträglichkeit Ihrer Pneus zu informieren.
Die Vorgabe hat ihre Berechtigung: Ein nicht unerheblicher Teil des Kraftstoffverbrauchs eines Autos entsteht durch die Bereifung und damit ist sie auch für den CO2-Ausstoß mit verantwortlich. Zur besseren Übersicht über bestimmte Umweltaspekte soll es künftig für Reifen sieben Effizienzklassen geben, ähnlich wie schon bei Elektronikgeräten und Autos. Als Medium dient ein übersichtlich gestaltetes Label, welches (spätestens) ab Herbst nächsten Jahres wichtige Umweltinformationen für Verbraucher bereit hält.
Detailliertere Informationen, mehr Umweltauflagen im neuen Jahr
Vorerst soll die Etikettenpflicht nur für Reifen gelten, die ab kommenden Juli hergestellt werden. Die Öko-Auflagen gehen aber deutlich weiter: Bereits ab 2013 müssen sich Autohersteller verpflichten, Neuwagen nur noch mit treibstoffsparenden Pneus auszuliefern.
Die Kampagne der Europäischen Union soll sich am Ende nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel des Kunden lohnen: Der Rollwiderstand eines Reifens ist für zwanzig bis dreißig Prozent des Spritverbrauchs eines Pkw verantwortlich. Durch mehr Effizienz in diesem Bereich sparen Verbraucher einfach während des Fahrens Benzin und Geld.
Um den Energieverbrauch eines Pneus deutlich zu machen, werden auf dem neuen Label der Rollwiderstand (gleich dem Spritverbrauch) sowie die Haftung bei Nässe bewertet. Die Skala reicht dabei von der Bestnote A bis G. Gleich mit informiert werden Kaufinteressenten über die Lautstärke der Bereifung während der Fahrt, das sogenannte Abrollgeräusch.
Mit Öko-Reifen langfristig sparen, für die Autoversicherung vorsorgen
Im Vergleich zu herkömmlichen Fabrikaten verbraucht die neue Bereifung mit höherer Energieeffizienz auf 100 Kilometer etwa einen halben Liter weniger Kraftstoff. Dafür sind die Öko-Reifen kostspieliger: Eine größere Haltbarkeit und vor allem der geringere Rollwiderstand werden durch härtere, synthetische Kautschukvarianten erkauft. Pro Rad sind diese allerdings um die 50 Euro teurer.
Mit dem deutlich höheren Preis kann es zwei Jahre und länger dauern, bis Käufer die Mehrkosten über den geringeren Spritverbrauch wieder hereingefahren haben. Protest und Kaufverweigerung werden allerdings wenig nützen: bald soll es im Handel nur noch die teurere Umweltbereifung geben.
Wer für den nächsten Winter einen frischen Satz Reifen benötigt, sollte also gleich zu den neuen Öko-Pneus greifen – und am besten ein Modell mit großer Profiltiefe kaufen. Die Winterreifenpflicht gilt bereits seit 2010 und wahrscheinlich wird diese schon im nächsten Jahr um die Pflicht zur Nutzung eines deutlich markanteren Profils erweitert. Kaufen Sie vorausschauend!
